Die Ursprünge der Schenkenburg

Modell-Illustration auf Basis historischer Daten. Grafik: © schenkenburg.de

Historisch betrachtet war das obere Kinzigtal einst Teil der Grafschaft Sulz am Neckar. Über einen beachtlichen Zeitraum nahmen die Herren von Geroldseck dort die gräflichen Rechte wahr. Geht man nach der sogenannten Pappenheimschen Chronik – einer Familiengeschichte aus der Zeit um 1530 –, so kam diese Adelsfamilie bereits um das Jahr 800 im Gefolge Karls des Großen nach Deutschland. In der Folgezeit sicherte sie sich ein Territorium, das sich vom Rhein über die Flüsse Bleich und Kinzig bis hin zum oberen Neckar quer durch den Schwarzwald erstreckte.

Der Bau der Schenkenburg geht auf die Herren von Hohengeroldseck zurück, wobei die Forschung hier vor allem Walter I. (verstorben 1277) als Bauherrn vermutet. Da das Geschlecht in dieser Bergregion über weit verstreute Ländereien verfügte, war die Errichtung eines befestigten Stützpunktes zur Verwaltung und Kontrolle des Raumes zwingend erforderlich. Obwohl keine offizielle Gründungsurkunde existiert, die das genaue Baujahr schriftlich belegt, lässt sich die Entstehung der Anlage fundiert in die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts datieren. Damit zählt die Schenkenburg, ebenso wie die Festung Hohengeroldseck, zu den historisch ältesten Verteidigungsbauwerken im gesamten Kinzigtal.